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PFAS-„Forever Chemicals“: PFNA und PFOSA stehen mit schnellerer biologischer Alterung in Verbindung

Ältere Frau gießt Wasser in ein Glas in moderner Küche mit Spüle und Blick auf Fenster.

Was wäre, wenn Teilchen aus der Pfanne, in der Sie das Abendessen zubereiten, jahrelang in Ihrem Körper verbleiben könnten? In vielen Alltagsprodukten in Wohnungen, Schulen und Büros stecken Chemikalien, die als PFAS bekannt sind.

Diese sogenannten „Forever Chemicals“ sorgen dafür, dass Materialien robust, wasserabweisend und hitzebeständig werden. PFAS finden sich deshalb häufig in Antihaft-Pfannen, fleckenresistenten Teppichen, wasserdichten Jacken und sogar in bestimmten Lebensmittelverpackungen.

Auf den ersten Blick wirken solche Stoffe praktisch und bequem. Gleichzeitig wächst in der Forschung die Sorge, was passiert, wenn PFAS in den menschlichen Körper gelangen.

Häufige Chemikalien können der Gesundheit schaden

PFAS ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Den Beinamen „Forever Chemicals“ tragen sie, weil sie sich kaum abbauen und sowohl in der Umwelt als auch im Körper über Jahre hinweg bestehen bleiben können.

Gelangen PFAS in Boden, Wasser oder in den Organismus, sind sie dort oft über sehr lange Zeit nachweisbar. Diese Langlebigkeit ist in der Produktion zwar nützlich, sie bringt jedoch gravierende Nachteile mit sich.

In Studien wurden PFAS mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht – darunter bestimmte Krebsarten, Übergewicht, Unfruchtbarkeit und Veränderungen des Hormonhaushalts.

Vor diesem Hintergrund reagierten internationale Entscheidungsträger. Bereits 2001 nahm das Stockholmer Übereinkommen ältere PFAS wie PFOS und PFOA ins Visier, um sie schrittweise auslaufen zu lassen.

Später brachten Unternehmen jedoch neuere PFAS als Ersatzstoffe auf den Markt. Seitdem stellt sich vielen die Frage, ob diese neueren Varianten tatsächlich sicherer sind.

Forever Chemicals und Altern

Ein grosser Teil der bisherigen Forschung richtete den Blick auf einzelne Krankheiten. Eine neue Untersuchung wählte einen anderen Ansatz: Statt zu prüfen, ob PFAS eine bestimmte Erkrankung auslösen, wollten die Forschenden wissen, ob ausgewählte PFAS den Alterungsprozess selbst beschleunigen könnten.

Geleitet wurde die Arbeit von Dr. Xiangwei Li und Kolleginnen und Kollegen an der Medizinischen Fakultät der Shanghai Jiao Tong Universität (SJTUSM).

Für die Analyse nutzte das Team Daten von 326 Erwachsenen, die zwischen 1999 und 2000 an der US-amerikanischen Nationalen Gesundheits- und Ernährungsuntersuchung (NHANES) teilnahmen.

Von allen Teilnehmenden lag eine Blutprobe vor. Diese Proben wurden im Labor auf 11 unterschiedliche PFAS-Verbindungen untersucht.

Biologisches Alter verstehen

Das Forschungsteam beließ es nicht beim Messen der Chemikalienkonzentrationen. Zusätzlich werteten sie das DNA-Methylom aus – winzige chemische Markierungen auf der DNA, die mitsteuern, wie Gene arbeiten.

Solche molekularen Signale können Hinweise darauf geben, wie schnell der Körper „unter der Oberfläche“ altert.

Zur Schätzung des biologischen Alters nutzen Wissenschaftler spezielle Verfahren, sogenannte epigenetische Uhren. Das biologische Alter kann vom tatsächlichen Lebensalter in Jahren abweichen.

Liegt das biologische Alter über dem chronologischen Alter, deutet das auf eine beschleunigte Alterung hin. Eine schnellere Alterung ist häufig mit einem höheren Erkrankungsrisiko im späteren Leben verknüpft.

Chemikalien mit Verbindung zu schnellerer Alterung

Als die Forschenden PFAS-Werte mit Markern der biologischen Alterung verglichen, fielen zwei Substanzen besonders auf.

Perfluornonansäure (PFNA) und Perfluoroctansulfonamid (PFOSA) wurden bei 95 Prozent der Teilnehmenden nachgewiesen. Höhere Konzentrationen dieser beiden Stoffe gingen mit schnellerer biologischer Alterung einher.

Am deutlichsten zeigte sich der Zusammenhang bei Männern im Alter von 50 bis 64 Jahren. Bei Frauen ergab sich kein ebenso klar erkennbares Muster.

Dieses Ergebnis überraschte das Team und warf neue Fragen dazu auf, warum verschiedene Körper unterschiedlich auf Chemikalienbelastungen reagieren.

Risiken durch neuere Chemikalien

Ausgehend von den Resultaten formulierten die Forschenden eine deutliche Warnung vor möglichen Risiken dieser Verbindungen.

„Here we show that specific forever chemicals, namely perfluorononanoic acid (PFNA) and perfluorooctanesulfonamide (PFOSA), appear to accelerate biological aging, with middle-aged men being the most vulnerable group,“ sagte Dr. Li.

„These findings suggest that some newer PFAS alternatives are not necessarily low-risk replacements and warrant serious attention regarding their environmental impact.“

Einige PFAS wirken stärker als andere

Die Auswertung machte zugleich klar, dass PFAS nicht einheitlich wirken. Andere PFAS, die bei vielen Teilnehmenden ebenfalls häufig vorkamen, zeigten keinen starken Zusammenhang mit beschleunigter Alterung.

Insgesamt unterschieden sich die PFAS-Gesamtwerte im Blut von Männern und Frauen kaum. Das spricht dafür, dass weniger die Gesamtmenge entscheidend ist, sondern vielmehr, um welche konkrete Verbindung es sich handelt.

Die Forschenden suchten zudem nach Erklärungen, warum die Effekte bei Männern mittleren Alters ausgeprägter waren. Die Lebensmitte könnte eine Phase sein, in der der Körper empfindlicher gegenüber Stress und Schäden wird.

Die Lebensmitte könnte eine empfindliche Phase sein

„Midlife is a sensitive biological window where the body becomes more susceptible to age-related stressors, which may explain why this group responds more strongly to chemical exposure,“ erklärte Dr. Ya-Qian Xu, Erstautorin der Studie.

„We suspect that men may be at higher risk because the aging markers we analyzed are heavily influenced by lifestyle factors such as smoking, which can compound the damaging effects of these pollutants,“ ergänzte Dr. Li.

Lebensstilfaktoren könnten sich demnach mit der chemischen Belastung überlagern und den Schaden verstärken. Das würde mit erklären, warum bestimmte Gruppen ein grösseres Risiko tragen.

Staatliches Handeln ist erforderlich

Einige Länder reagieren bereits. Frankreich hat PFAS in Kleidung und Kosmetik verboten.

Auch die Europäische Union erwägt weitere Einschränkungen. Solche Schritte zeigen, dass die Sorge sowohl alte als auch neuere PFAS-Verbindungen umfasst.

Fachleute halten es für wichtig, dass sich Regulierungsbehörden nicht nur auf bekannte, ältere Stoffe konzentrieren. Auch Verbindungen wie PFNA und PFOSA sollten eng beobachtet werden. Parallel dazu können Privatpersonen mit kleinen Anpassungen die Belastung senken.

„Meanwhile, to reduce risk, individuals can try to limit their consumption of packaged foods and avoid microwaving fast-food containers,“ merkte Dr. Li an.

„Looking ahead, we are actively modeling how PFAS interacts with other common pollutants, as we need to understand the cumulative health risks of these chemical mixtures.“

Während die Forschung weiterläuft, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Gesundheitsbehörden daran, besser zu verstehen, wie sich diese „Forever Chemicals“ langfristig auf die Gesundheit auswirken.

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