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Uralte Felskunst im Sinai: 10.000 Jahre Spuren in Ägypten

Mann kniet in Wüste vor Felswand mit prähistorischen Höhlenmalereien von Menschen und Tieren.

Uralte Felskunst in einem Felsunterstand in der Sinaiwüste in Ägypten vereint Bild- und Schriftzeugnisse aus rund 10.000 Jahren. Die Funde liefern neue Hinweise darauf, wie Menschen die Region nutzten und welche Wege sie in der Vergangenheit durch das Gebiet nahmen.

Wie vereint die Entdeckung Zeugnisse aus verschiedenen historischen Epochen?

Bei einer Feldkampagne stieß ein Team von Archäologinnen und Archäologen auf dem Plateau von Umm Arak im Süden des Sinai auf einen großen Felsunterstand. Unterstützt wurden sie dabei vom lokalen Bewohner Sheikh Rabie Barakat. Die Forschenden waren vor allem von der Fülle und dem guten Erhaltungszustand der Darstellungen und Inschriften überrascht.

Nach Angaben des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer entstanden die Spuren in mehreren Zeitphasen: von vielen Jahrtausenden vor der Herausbildung des pharaonischen Ägypten bis hin zu Abschnitten der Antike und des Mittelalters.

Felskunst zeigt Jäger, Hunde und geometrische Figuren

Die ältesten Motive liegen nahe dem Eingang des Unterstands. Anhand stilistischer Auswertungen werden sie in die Zeit zwischen 10.000 und 5.500 v. Chr. datiert. Eine Szene zeigt einen Jäger mit einem Bogen, begleitet von mindestens zwei Hunden.

Neben Jagddarstellungen umfasst das Ensemble zahlreiche geometrische Zeichen. Zu den zentralen Elementen, die das Team dokumentierte, zählen:

  • X-Zeichen und geometrische Kreuzungen
  • Quadrate und ovale Formen
  • Sicheln und komplexere Formgebilde
  • Mensch- und Tierdarstellungen aus unterschiedlichen Zeiten

Wie wurde der Ort über Tausende von Jahren genutzt?

Mit etwa 100 Metern Länge und bis zu 3 Metern Tiefe gibt es im Unterstand Hinweise darauf, dass verschiedene Gruppen den Platz über Jahrtausende hinweg immer wieder aufsuchten. Die Forschenden gehen davon aus, dass er als Rastplatz und Beobachtungspunkt diente.

Dass sich in der Nähe alte Abbaustellen für Kupfer und Türkis befinden, stützt die Annahme, dass Reisende, Erkundende und andere Gruppen beim Durchqueren der Region auf der Suche nach diesen Rohstoffen Markierungen und Bilder hinterließen.

Inschriften machen kulturelle Veränderungen im Zeitverlauf sichtbar

Jüngere Darstellungen zeigen Menschen auf Pferden, Personen mit Waffen sowie Kamele – Hinweise auf Entwicklungen und Wandel in der Region über die Jahrhunderte. Darüber hinaus umfasst der Fundbestand Inschriften aus verschiedenen historischen Epochen.

Fachleute identifizierten außerdem Texte, die den Nabatäern zugeschrieben werden, jenem Volk, das für den Bau der Stadt Petra bekannt ist. Der gesamte Bestand wird nun eingehend untersucht, um die vollständige Chronologie der Darstellungen festzulegen.

Wie kann die Entdeckung das Wissen über das alte Ägypten erweitern?

Für den Ägyptologen John Darnell von der Yale University trägt der Fund dazu bei, besser zu verstehen, wie die frühen Bewohnerinnen und Bewohner Ägyptens die Sinaiwüste nutzten und wie sie mit anderen Gruppen interagierten, die in der Region unterwegs waren.

Das Forschungsteam erwartet, dass der Unterstand neue Erkenntnisse zur menschlichen Besiedlung vor der pharaonischen Zeit liefern kann – ebenso zur strategischen Bedeutung des Sinai, der über viele Jahrhunderte als Schlüsselraum galt: wegen seiner Mineralvorkommen und aufgrund seiner kulturellen Rolle.


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