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RIMPAC 2026: Neue Signale für die alliierte maritime Führung

Marineoffiziere verschiedener Nationen besprechen taktische Marineeinsätze an einem digitalen Kommandotisch.
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Das weltweit grösste Marine-Manöver ist in dieser Woche zu Ende gegangen – und ausgerechnet einige Premieren sagen mehr darüber aus, wohin sich die maritime Macht der Verbündeten entwickelt, als jene Live-Schuss-Übungen, die die Kameras angezogen haben.

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In einer virtuellen Pressekonferenz zum Abschluss von RIMPAC 2026 bestätigte Vizeadmiral Jeffrey Jablon, Kommandeur der Combined Task Force, dass die Philippine Coast Guard erstmals in der Geschichte der Übung beteiligt war. Eingebracht wurden dabei Fähigkeiten in der maritimen Rechtsdurchsetzung, in Such- und Rettungsaufgaben sowie in der humanitären Hilfe. An seiner Seite nahmen Konteradmiral Takuo Kobayashi von der Japan Maritime Self-Defense Force und Konteradmiral In-Ho Kim von der Marine der Republik Korea teil.

Die Dimensionen der 30. Auflage waren beachtlich: 30 Nationen stellten mehr als 30.000 Angehörige, 31 Überwasserschiffe, fünf U-Boote und über 190 Luftfahrzeuge, eingesetzt in und um die Hawaii-Inseln. Die Kräfte absolvierten mehr als 500 maritime Übungsvorhaben, über 2.400 Flug-Einsätze sowie mehr als 5.000 szenariobasierte operative Aufgabenstellungen – von maritimen und Luftoperationen über Cyber bis hin zu amphibischen Einsätzen.

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Die Kommandostruktur ist die eigentliche Geschichte

Der entscheidende Unterschied dieser Ausgabe lag darin, wer die Übung führte. Der chilenische Marine-Kommodore Andres Howard übernahm die Funktion des stellvertretenden Kommandeurs der Combined Task Force, Kobayashi wirkte als Vizekommandeur, Kim war als Combined Forces Maritime Component Commander eingesetzt, und Brigadegeneral J.S. Davis von der Royal Canadian Air Force führte als Combined Forces Air Component Commander.

Mit Kims Ernennung wurde Südkorea zur ersten asiatischen Nation – und erst zum vierten Staat ausserhalb der Vereinigten Staaten –, die das maritime Komponentenkommando innehatte. Jablon erklärte, er sei mit der Leistung der Marine der Republik Korea in dieser Rolle äusserst zufrieden.

Für eine US Navy, die die Übung ausrichtet und finanziell trägt, ist die Vergabe solcher Spitzenposten an Chile, Japan, Korea und Kanada ein bewusstes Signal: Koalitionsführung wird eingeübt – nicht nur erörtert.

Katastrophenhilfe rückt weiter nach vorn

Jablon sagte, die Ausbildung in humanitärer Hilfe und Katastrophenreaktion sei in diesem Jahr ausgeweitet worden und werde bei RIMPAC 2028 weiter wachsen. Er bezeichnete das als besonders relevant für Länder, die häufig von Naturkatastrophen betroffen sind – etwa die Philippinen.

Kobayashi trieb diesen Schwerpunkt persönlich voran. In seiner Funktion als Kommandeur der Surface Warfare Group One und als Kommandant des Zerstörers Kongo leitete er die Mission zur humanitären Hilfe und Katastrophenreaktion. Dabei arbeitete er mit neun Nationen an einem Hurrikan-Szenario, dessen Kern in Koordination und Kommunikation lag.

Sein übergeordnetes Argument war eher organisatorisch als politisch: Kobayashi betonte, dass die Übung die Abstimmung verbessere, weil Partnerkräfte Unterschiede bei Sprache und Verfahren schon vor einem realen Krisenfall abarbeiten könnten – jene unspektakuläre, aber entscheidende Arbeit, die darüber bestimmt, ob eine Koalition im Ernstfall funktioniert.

Britische und Commonwealth-Beteiligung

Zu den Teilnehmern 2026 zählten das Vereinigte Königreich, Australien, Kanada, Neuseeland, Fidschi, Tonga, Indien, Singapur, Malaysia, Brunei und Sri Lanka. Hinzu kamen europäische Beiträge aus Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien. Ausserdem umfasste die Übung mehr als zwei Dutzend Experimente mit unbemannten Systemen sowie das Live-Schießen zur Versenkung von zwei ausser Dienst gestellten Schiffen.

RIMPAC wird seit 1971 durchgeführt. Dreißig Durchgänge später verschiebt sich der Schwerpunkt der Übung: weg vom Vorführen amerikanischer Leistungsfähigkeit, hin zum Nachweis, dass alliierte Seestreitkräfte diese gemeinsam führen können.


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