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Wettbewerb USA–China im Südchinesischen Meer
In der weiter eskalierenden strategischen Rivalität zwischen den USA und China im Südchinesischen Meer hat ein US-amerikanisches unbemanntes Überwasserfahrzeug (USV, Unmanned Surface Vehicle) erneut gezeigt, welches Potenzial in autonomen Plattformen steckt: Das System näherte sich einem Zerstörer Typ 052D. Das von der US-Firma Seasats entwickelte Boot operierte in kurzer Distanz zu einem Schiff der Marine der Volksbefreiungsarmee, während dieses in der Nähe der philippinischen Insel Luzón unterwegs war – und lieferte dabei hochauflösendes Bildmaterial.
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Video im Bashi-Kanal: Begegnung mit einem Zerstörer Typ 052D
Das 42 Sekunden lange Video, aufgezeichnet am 16. Juni, zeigt einen Lenkwaffen-Zerstörer Typ 052D bei der Fahrt durch den Bashi-Kanal, rund 105 Kilometer nordwestlich von Luzón. Das ist ein Gebiet, in dem die Präsenz von Pekings (Beijing) Marineeinheiten seit Jahren zu den zentralen Spannungsfeldern im Südchinesischen Meer zählt. Die Identifizierung des Schiffes erfolgte anhand der Auswertung von Deckanordnung, Aufbauten, Kran und Mast – Merkmale, die mit bereits verfügbaren Fotoaufnahmen dieser Klasse übereinstimmen.
Lightfish USV von Seasats: Aufbau, Sensorik und Einsatzkonzept
Eingesetzt wurde das Lightfish USV: ein autonomes Boot mit etwa 3,6 Metern Länge, ausgelegt darauf, über Monate ohne Besatzung im Einsatz zu bleiben. Eine seiner wichtigsten Eigenschaften ist die modulare Architektur, mit der sich – je nach Missionsprofil – unterschiedliche Sensoren und Nutzlasten integrieren lassen. Darüber hinaus kann das System kurzfristig aus der Ladefläche eines Pick-ups, von kleinen Booten oder über Küstenrampen ausgebracht werden. Die Verbindung zu den Bedienern erfolgt über Satellitenlinks; zugleich kann es gewonnene Informationen über Sensoren und Unterwasser-Akustikkommunikation weiterleiten.
Die Konfiguration erlaubt unter anderem den Einbau von elektrooptischen und Infrarotkameras, Sonaren, Systemen zur Signalaufklärung sowie Ausrüstung für die elektronische Kampfführung.
Ziel der Mission, bisherige Begegnungen und politische Reaktionen
Mit der Mission sollte die Umsetzbarkeit langandauernder autonomer Operationen in der Taiwanstraße und angrenzenden Gebieten demonstriert werden. Nach Angaben des Unternehmens kam es mit den Booten bereits zu mehreren Begegnungen mit Einheiten der Marine der Volksbefreiungsarmee – darunter Zerstörer Typ 052D, Typ 055 sowie Korvetten Typ 056. Dank ihrer geringen Größe und ihres niedrigen Profils können sich diese Fahrzeuge anderen Schiffen mit geringerer Entdeckungswahrscheinlichkeit nähern. Das unterstützt Aufgaben wie Aufklärung, maritime Überwachung und Informationsgewinnung in Räumen, in denen Küstenradare nur eingeschränkt wirken.
Die Veröffentlichung des Materials unterstreicht zudem, wie schnell sich die moderne Seekriegsführung verändert. Während das Lightfish mit rund 240.000 US-Dollar veranschlagt wird, liegt der Wert eines Zerstörers Typ 052D bei mehreren Hundert Millionen US-Dollar. Damit wird sichtbar, wie vergleichsweise kostengünstige unbemannte Systeme Informationen mit hoher Relevanz über erstklassige Kampfschiffe gewinnen können. Nach dem Erscheinen der Aufnahmen verteidigte Chinas Außenministerium die Rechtmäßigkeit der Einsätze seiner Marine und mahnte, enge Annäherungen an seine Schiffe zu unterlassen, um Zwischenfälle zu vermeiden. Die Philippinen bekräftigten zugleich ihren Appell an alle Beteiligten, innerhalb ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone von Handlungen abzusehen, die die Spannungen weiter anheizen.
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