Mehr als 600 Menschen nahmen am Sonntag an einem Protestmarsch zwischen Setúbal und dem Picknickplatz von Comenda teil. Mit der Aktion wollten sie den öffentlichen Zugang zu den Stränden sichern und sich gegen die laufenden Gerichtsverfahren stellen, die darauf abzielen, fünf Strände in der Arrábida als Privatstrände anerkennen zu lassen.
Protestmarsch von Setúbal bis zum Picknickplatz von Comenda
„Die Bevölkerung wird dieses Thema nicht fallen lassen, auch wenn wir wissen, dass Gerichtsverfahren mehrere Jahre dauern“, sagte João Cruz, einer der Organisatoren der Initiative „Arrábida freigeben“. Er ergänzte, dass sich an dem Protest mehr als 600 Personen beteiligt hätten.
Der Marsch startete in Setúbal an der Uferzone und führte bis zum Picknickplatz von Comenda. Beim Passieren des Tores des Palácio da Comenda wurde das Lied „Vampiros“ von Zeca Afonso angestimmt. Am Picknickplatz bildeten die Teilnehmenden anschliessend eine Menschenkette bis hinunter zum Strand, gegenüber dem Palácio da Comenda. „Die Bevölkerung zeigt, dass sie viel Energie hat – Familien, Freundeskreise, alle sind daran interessiert, den öffentlichen Zugang zu den Stränden der Arrábida zu bewahren. Es war eine grossartige Stimmung“, so João Cruz.
Hintergrund: Klage zu fünf Stränden und kommunaler Strasse
Es handelte sich um die zweite Ausgabe des Protestmarsches. Auslöser war die Entscheidung der Eigentümer der Herdade da Comenda, Palácio da Comenda S.A., einen Rechtsweg einzuschlagen und gerichtlich die Anerkennung von Privateigentum an fünf Stränden sowie am Picknickplatz von Comenda zu beantragen. Der Antrag umfasst zudem den Wasserlauf – einschliesslich Bach und Mündung, die in das Sado-Ästuar fliesst – sowie eine 2 Kilometer lange Gemeindestrasse.
Aktionen am Strand und Kritik an „Arrábida ohne Autos“
Am Strand von Comenda gab es eine künstlerische Aktion mit Chören, die den „Chorfrühling“ bilden, sowie mehrere Wortbeiträge. Einer davon stammte von Viriato Soromenho Marques, der die Verfahren rund um Comenda mit Entwicklungen in Albanien verglich, wo es Privatstrände gibt. „Wie in Albanien und in anderen Ländern will unser Kampf die globale Eskalation grosser Interessen bekämpfen, die Institutionen untergraben und die Verfassung in eine blosse Empfehlung verwandeln“, verlas der ebenfalls an der Organisation von „Arrábida freigeben“ Beteiligte.
Darüber hinaus richtete sich die Bürgerinitiative auch gegen das Verbot, Strände im Rahmen des Programms „Arrábida ohne Autos“ mit privaten Fahrzeugen anzufahren.
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