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Meta-Analyse 2024: Omega-3 aus Fischöl kann Aggression verringern

Mann nimmt Kapsel aus Flasche, daneben Teller mit Lachs und Zeichnung eines Gehirns auf Tisch.

Ruhig bleiben – und vielleicht Omega-3 ausprobieren: Die Fettsäuren, die viele als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Fischölkapseln einnehmen und die mit mentalem wie körperlichem Wohlbefinden in Verbindung gebracht werden, könnten laut einer Studie aus dem Jahr 2024 auch Aggressionen verringern.

Diese Ergebnisse kommen nicht aus heiterem Himmel. Omega-3 wurde zuvor bereits damit verknüpft, Schizophrenie vorzubeugen. Zudem geht man davon aus, dass Aggression und antisoziales Verhalten teilweise durch mangelhafte Ernährung begünstigt werden. Was wir essen, kann die Chemie unseres Gehirns beeinflussen.

Was die Meta-Analyse 2024 zu Omega-3 und Aggression zeigt

Forschende der Universität von Pennsylvania knüpften an frühere, kleinere Untersuchungen zu den Effekten einer Omega-3-Supplementierung auf aggressives Verhalten an. Für ihre Meta-Analyse werteten sie 29 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 3.918 Teilnehmenden aus.

Über alle Studien hinweg zeigte sich ein moderater, aber klar erkennbarer kurzfristiger Effekt: Je nach betrachteter Variable ließ sich eine Reduktion von Aggression von bis zu 28 Prozent beobachten – und zwar über verschiedene Faktoren hinweg, darunter Alter, Geschlecht, medizinische Diagnose sowie Dauer und Dosierung der Behandlung.

„Ich denke, die Zeit ist gekommen, Omega-3-Supplementierung zur Reduktion von Aggression einzusetzen – unabhängig davon, ob der Kontext die Gemeinschaft, die Klinik oder das Strafjustizsystem ist“, sagte der Neurokriminologe Adrian Raine bei der Veröffentlichung der Meta-Analyse.

Welche Studien in der Auswertung enthalten waren

Die einbezogenen Studien, die zwischen 1996 und 2024 durchgeführt wurden, dauerten im Durchschnitt 16 Wochen. Untersucht wurden sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen – von Kindern im Alter von 16 Jahren und darunter bis hin zu älteren Personen zwischen 50 und 60 Jahren.

Bemerkenswert ist zudem, dass die festgestellten Rückgänge sowohl reaktive Aggression (als Reaktion auf Provokation) als auch proaktive Aggression (im Voraus geplantes Verhalten) betrafen. Vor dieser Untersuchung war nicht eindeutig, ob Omega-3 bei diesen unterschiedlichen Formen von Aggression überhaupt helfen kann.

Mögliche Mechanismen, Nutzen und offene Fragen

Auch wenn zur weiteren Absicherung dieses Zusammenhangs größere Studien über längere Zeiträume erforderlich sind, erweitert die Analyse das Verständnis dafür, wie Fischölkapseln – und das darin enthaltene Omega-3 – dem Gehirn möglicherweise nutzen könnten.

„Zumindest sollten Eltern, die eine Behandlung für ein aggressives Kind suchen, wissen, dass zusätzlich zu jeder anderen Behandlung, die ihr Kind erhält, auch eine zusätzliche Portion oder zwei Fisch pro Woche helfen könnten“, sagte Raine.

Das Forschungsteam vermutet, dass Omega-3 Aggression mitregulieren könnte, indem es Entzündungen reduziert und wichtige Prozesse im Gehirn stabil hält. Viele Fragen bleiben offen, doch nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren gibt es genügend Hinweise, um diesen Ansatz weiter zu verfolgen.

Hinzu kommen Studien, die zeigen, dass aus Fischöl gewonnene Medikamente das Risiko tödlicher Herzinfarkte, Schlaganfälle und weiterer Probleme der Herzgesundheit senken können – insgesamt scheint es also einige potenzielle Vorteile zu geben, Omega-3 in die Ernährung aufzunehmen.

„Omega-3 ist keine Wunderwaffe, die das Problem von Gewalt in der Gesellschaft vollständig lösen wird“, sagte Raine.

„Aber kann es helfen? Auf Grundlage dieser Ergebnisse sind wir fest davon überzeugt, dass es das kann – und wir sollten anfangen, nach dem neuen Wissen zu handeln, das wir haben.“

Die Forschung wurde in der Fachzeitschrift Aggression und gewalttätiges Verhalten veröffentlicht.

Eine frühere Version dieses Artikels wurde im Juni 2024 veröffentlicht.

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