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Pierre-Henri Chuet in Paris wegen mutmasslicher Spionage für China unter Untersuchung

Mann im Militäroutfit erklärt am Tisch Flugzeugpläne mit Modellflugzeug vor Fenster in Büro.

Ermittlungen in Paris gegen Pierre-Henri Chuet

Ein Mann, der als Pierre-Henri Chuet identifiziert wurde, steht in Paris offiziell unter Ermittlungen wegen angeblicher nachrichtendienstlicher Aktivitäten zugunsten Chinas. Chuet ist ein ehemaliger Pilot der französischen Marine, der von dem Flugzeugträger Charles de Gaulle aus Super Étendard- und Rafale M-Kampfflugzeuge geflogen hat.

Nach Angaben wurde er von der französischen Generaldirektion für Innere Sicherheit (DGSI) vernommen; zudem wurde seine Wohnung durchsucht. Öffentlich bekannt wurde das Verfahren am 27. Juli 2026 durch die Fachseite Intelligence Online.

Gegen Chuet werden vier Vorwürfe erhoben: die Offenlegung von Geheimnissen der nationalen Verteidigung, Spionage für eine ausländische Macht, das Sammeln von Informationen mit Bezug zu grundlegenden Interessen der Nation sowie die Weitergabe dieser Informationen an eine ausländische Macht.

Der ehemalige Marinepilot steht unter richterlicher Aufsicht. Im französischen Rechtssystem bedeutet eine „mise en examen“, dass gewichtige Hinweise eine Untersuchung rechtfertigen; dies ist weder eine Verurteilung noch ein abgeschlossenes Gerichtsverfahren.

Hintergrund: Reisen nach China und militärische Regeln

Der Fall geht auf das Jahr 2025 zurück. Damals leitete das französische Ministerium der Streitkräfte eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft weiter, nachdem Chuet 2018 und 2019 Reisen nach China unternommen haben soll, ohne seine militärische Führung darüber zu informieren – was als Verstoss gegen französische Militärvorschriften gewertet wird.

Diese China-Reisen sollen organisiert und finanziert worden sein, und zwar durch ein südafrikanisches Luftfahrtunternehmen.

Chuet als Trägerpilot – Bedeutung für Chinas Marine

Chuet besitzt die französische und die kanadische Staatsbürgerschaft. Er wurde zudem als Austauschoffizier bei der US Navy ausgebildet und absolvierte nach Angaben rund 200 Landungen auf Flugzeugträgern, bevor er aus medizinischen Gründen aus dem Dienst genommen wurde. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst arbeitete er als YouTube-Influencer, Autor, Redner und Verkehrspilot.

Gerade seine Erfahrung mit Trägerflugzeugen gilt als besonders wertvoll für China. Die chinesische Marine verfügt über drei einsatzfähige Flugzeugträger und baut an einem vierten. Dabei kommt ein CATOBAR-System zum Einsatz, das dem französischen ähnelt – eine Technologie, die ausserhalb der US Navy selten ist.

Muster über südafrikanische Vermittler (TFASA) und weitere Fälle

Der südafrikanische Vermittler in diesem Verfahren wird als Teil eines von der NATO erkannten Musters beschrieben. So berichtete Sky News 2022, dass die Test Flying Academy of South Africa (TFASA) ehemalige britische Militärpiloten angeworben habe, was beim britischen Verteidigungsministerium Alarm auslöste. Im Juni 2026 meldete der Mail on Sunday, dass weitere sieben ehemalige Angehörige des britischen Militärs ebenfalls kontaktiert worden seien.

Spanische Medien wiederum berichteten, dass Geheimdienstagenten ehemalige Piloten der spanischen Luft- und Raumstreitkräfte identifiziert hätten, die über südafrikanische Zwischenhändler – darunter die TFASA – chinesische Piloten ausbildeten.

In den USA erhob das Justizministerium 2017 Anklage gegen den ehemaligen Piloten des U.S. Marine Corps Daniel Duggan wegen Einweisungen in Trägerlandungen für chinesische Piloten, die über die TFASA engagiert worden seien; eine Auslieferung wurde 2022 genehmigt.

Im Januar 2026 leitete das US-Justizministerium zudem ein Verfahren zur Beschlagnahme von zwei von der TFASA hergestellten Missionssimulatoren ein. Diese waren auf der Route Afrika–China abgefangen worden und sollen Software US-amerikanischer Herkunft sowie westliche U-Boot-Kriegsführungstechnologie enthalten haben, die China dabei helfen sollte, U-Boote der US Navy zu entdecken.

Ebenfalls im Februar 2026 wurde der Pilot der US Air Force Gerald Eddie Brown Jr. festgenommen – im Verdacht, in China Informationen über die F-35 weitergegeben zu haben.

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