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Wrack des Hōfuku Maru vor Luzon: Das Höllenschiff aus dem Zweiten Weltkrieg

Taucher erkundet Wrack des rostigen Schiffes Höfuki Maru unter Wasser, Korallen im Vordergrund sichtbar.

Über mehr als 80 Jahre hinweg war der Ort, an dem mehr als tausend Kriegsgefangene verschwanden, in historischen Unterlagen falsch vermerkt. Mit dem Fund der Hōfuku Maru nahe der Insel Luzon auf den Philippinen wird nun das Schicksal eines der sogenannten „Höllenschiffe“ sichtbar, die Japan im Zweiten Weltkrieg einsetzte.

Wie wurden die Überreste der Hōfuku Maru entdeckt?

Das Schiff wurde wenige Kilometer vor der Westküste Luzons in rund 50 Metern Tiefe ausfindig gemacht. An der Suche beteiligten sich der Entdecker Josh Gates, Forschende der Hellships Memorial Foundation sowie Taucherinnen und Taucher und Fachleute für Unterwasserbildgebung. Als entscheidend erwies sich die Kombination aus Archivarbeit mit militärischen Dokumenten und systematischen Untersuchungen des Meeresbodens.

Jahrzehntelang hatten Teams das Wrack weit nördlich des tatsächlichen Ortes gesucht, weil US-amerikanische Aufzeichnungen ungenaue Angaben enthielten. Den Durchbruch brachte der Abgleich japanischer Dokumente mit alliierten Berichten zum Angriff. Die korrigierte Position führte die Gruppe schließlich zum Ziel; fünf Tauchgänge trugen dazu bei, den Fund zu verifizieren.

Warum wurde es als Höllenschiff bezeichnet?

„Höllenschiffe“ nannten Gefangene die Schiffe, mit denen Japan sie zwischen Arbeitslagern, Fabriken, Minen und Häfen transportierte. Häufig handelte es sich um umgerüstete Frachter ohne ausreichende Belüftung, Beleuchtung oder angemessene sanitäre Einrichtungen. Geschwächte Männer wurden dicht gedrängt in den Laderäumen festgehalten, bei knappen Wasserrationen und zu wenig Nahrung.

Die Hōfuku Maru war ursprünglich ein Frachtschiff, bevor sie im Krieg diese Aufgabe übernahm. Viele der britischen und niederländischen Gefangenen auf der letzten Fahrt hatten zuvor an der „Todeseisenbahn“ gearbeitet, die zwischen Burma (heute Myanmar) und Thailand gebaut wurde. Als sie an Bord gebracht wurden, litten sie bereits unter Krankheiten, Mangelernährung und Erschöpfung.

Was geschah beim Angriff von 1944?

Am 21. September 1944 lief die Hōfuku Maru in einem japanischen Konvoi Richtung Japan, als US-amerikanische Flugzeuge angriffen. Da der Frachter nicht als Gefangenentransporter gekennzeichnet war und zwischen militärischen Schiffen fuhr, stuften die Piloten ihn als legitimes feindliches Ziel ein. Ein Torpedo traf das Schiff und riss es auseinander.

  • Etwa 1.289 britische und niederländische Gefangene befanden sich an Bord.
  • Ungefähr 1.047 starben beim Untergang.
  • Das Schiff sank nur wenige Minuten nach dem Treffer.
  • Einige Überlebende erreichten schwimmend die Küste.
  • Viele der Geretteten wurden erneut gefangen genommen.

Josh Gates erklärte gegenüber Live Science, dass solche Frachter wie Kriegsschiffe bemalt gewesen seien und innerhalb japanischer Konvois fuhren. Dadurch konnten die Alliierten nicht erkennen, dass sich Gefangene in den Laderäumen befanden. Weil die Kennzeichnung fehlte, kam es immer wieder zu ähnlichen Katastrophen: Mehrere Schiffe mit Gefangenen wurden von genau den Streitkräften angegriffen, die Japan besiegen wollten.

Welche Hinweise bestätigten die Identität des Schiffs?

Zunächst stieß das Team per Sonar auf eine große Struktur. Danach untersuchten Taucher Teile des Wracks, während ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug Aufnahmen erstellte und eine dreidimensionale Karte erzeugte. Dabei zeigten sich drei große Bereiche am Meeresboden – passend zu Berichten, nach denen das Schiff beim Angriff zerbrochen war.

Lage, Maße, Bauform und das Zerstörungsbild wurden anschließend mit historischen Unterlagen abgeglichen. Außerdem sollen am Fundort auch menschliche Überreste erkannt worden sein. Aus diesem Grund betonen die Forschenden, dass das Gebiet als Kriegsgrab zu behandeln sei – geschützt vor Plünderung, dem Entfernen von Gegenständen und unnötigen Eingriffen.

Warum ist diese Entdeckung nach acht Jahrzehnten bedeutsam?

Japan setzte im Krieg mehr als 130 Schiffe ein, um Gefangene zu transportieren, doch nur von wenigen wurden Wracks eindeutig identifiziert. Der Fund gibt Familien einen konkreten Ort des Gedenkens und unterstützt Historikerinnen und Historiker dabei, ein weniger bekanntes Kapitel des Konflikts genauer nachzuzeichnen. Als nächstes will die Stiftung Angehörige der Männer ausfindig machen, die beim Untergang ums Leben kamen.

Mehr als die Lösung eines maritimen Rätsels bedeutet die Lokalisierung der Hōfuku Maru, dass einer unter der Meeresoberfläche verborgenen Tragödie wieder Namen und Zusammenhang gegeben werden. Der Ort sollte weder als Attraktion noch als Quelle für historische Objekte verstanden werden, sondern als Ruhestätte von Hunderten Opfern. Diese Erinnerung heute zu bewahren heißt, zu verhindern, dass diese Männer erneut im Schweigen der Geschichte verschwinden.


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