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Frankreich am Rand eines Superkontinents in 250 Millionen Jahren

Person blickt auf Tablet mit Erdabbildung vor Küstenklippen und einem Vulkan in weiter Entfernung.

Neue Projektionen deuten darauf hin, dass die heutigen Kontinente in etwa 250 Millionen Jahren zu einer einzigen riesigen Landmasse zusammenwachsen könnten – und dass Frankreich dann eher am kühleren äusseren Rand dieses Superkontinents läge.

Dieselbe Forschung kommt ausserdem zu dem Ergebnis, dass extreme Hitze und weit verbreitete Trockenheit die Flächen, auf denen Säugetiere überleben können, stark verkleinern würden. Leben würde sich dadurch zunehmend an die Ränder dieses künftigen Kontinents verlagern.

Karten lassen Ozeane verschwinden

In einem Atlas der fernen Zukunft wäre der Atlantik weitgehend verschwunden, und Frankreich läge nahe der Nahtstelle zwischen Europa und Afrika.

Auf Grundlage dieser Geografie führte die University of Bristol Klimasimulationen durch, die nachzeichneten, wo Säugetiere ihre Körperwärme überhaupt noch abgeben könnten.

Indem die Karten mit physiologischen Grenzen der Abkühlung verknüpft wurden, übersetzte Dr. Alexander Farnsworth im Südwesten Englands Plattenbewegungen in eine Prognose zur Bewohnbarkeit.

Kurz darauf zeigt sich: Entscheidend ist zunächst die grundlegende Geologie, denn tektonische Platten bestimmen die Kollisionen, die Meere schliessen und den nächsten Kontinent formen.

Platten driften zusammen

Unter jedem Ozean ist die Erdkruste in tektonische Platten zerlegt – riesige Gesteinsblöcke, die sich pro Jahr nur wenige Zentimeter bewegen.

Wenn ozeanische Kruste abkühlt, wird sie dichter und sinkt an Subduktionszonen ab: langen Tiefseegräben, an denen eine Platte unter eine andere abtaucht.

Diese absinkende Kante zieht den Rest der Platte mit, wodurch Kontinente wandern, bis Zusammenstösse Land miteinander „vernähen“ und Binnenmeere verdrängen.

Mit der Zeit löscht dieses Recycling der Erdkruste alte Ozeane aus – Weltkarten bleiben damit Momentaufnahmen statt dauerhafte Grenzen.

Frankreichs künftige Lage

Gegen Ende der Kontinentvereinigung driftet Frankreich weiter nach Norden, sodass seine Küste näher am Polarkreis liegt als heute.

Mit den Kollisionen verschwinden auch Meeresbecken: Das Mittelmeerbecken hört auf zu existieren, wenn Afrika und Europa gegeneinander schieben.

Marokko, Algerien und Tunesien lägen in dieser Anordnung auf derselben zusammenhängenden Landmasse wie Frankreich – nicht mehr durch Wasser getrennt.

Ohne das Mittelmeer verliert Frankreich zudem eine nahegelegene Wärmesenke; dadurch würden Sommer strenger ausfallen und Niederschlagsmuster sich verschieben.

Hitzestress nimmt zu

Computermodelle, die in einer wissenschaftlichen Arbeit das Klima des Superkontinents berechneten, kommen zu dem Schluss, dass Hitzestress die meisten Landsäugetiere verdrängen könnte.

Farnsworth beschrieb die erwarteten Bedingungen später in einfachen Worten und erklärte, der künftige Superkontinent wäre für Säugetiere „äusserst schwer“ zu überleben. Aus seiner Sicht würde ein grosser Teil dieser Landmasse zu heiss und zu trocken, um grosse Tierarten tragen zu können.

Sobald die Feuchtkugeltemperatur – also die kombinierte Wirkung von Wärme und Luftfeuchtigkeit – zu stark ansteigt, funktioniert Schwitzen nicht mehr, und selbst Schatten bringt kaum noch Entlastung.

Vulkane erhöhen CO2

Während sich ein Superkontinent zusammenfügt, fördern neue Risse und lange Vulkanketten die Entgasung, also das Freisetzen von Gasen aus geschmolzenem Gestein.

Zusätzliches Kohlendioxid hält mehr Wärme nahe der Oberfläche fest; dieser Treibhauseffekt kann sich jeweils über Tausende Jahre aufbauen.

Parallel dazu wird die Sonne um 2,5 % heller, was zusätzliche Energie liefert und die Grundtemperaturen anhebt, noch bevor Rückkopplungen einsetzen.

In dieser Kombination steigt der Hitzestress schneller, als Tiere sich anpassen können – weil Evolution Veränderungen im planetaren Massstab nur selten einholt.

Grosse Kontinente heizen auf

Weit entfernt von jeder Küste wirkt die Kontinentalität: Ohne den ausgleichenden Einfluss des Ozeans fallen die Temperaturschwankungen grösser aus.

Dazu kommt trockenere Luft, weil Feuchtigkeit oft bereits ausregnet, bevor Winde Tausende Kilometer über heisses Land hinwegziehen können.

Für weite Teile des vereinten Kontinents setzen die Modelle im Sommer über lange Abschnitte jedes Jahres Temperaturen von mehr als 40 °C (104 °F) an.

Für Tiere, die sich über Atmung oder Schwitzen kühlen, bedeutet diese Inlandhitze ein immer kleineres Zeitfenster für Aktivität, Nahrungssuche und Fortpflanzung.

Küsten bleiben Rückzugsräume

An Küsten und in hohen Breiten dämpft Meeresluft Extreme und hält den Wasserkreislauf über Wolken, Flüsse und Böden in Gang.

Nordfrankreich läge nahe an diesem weniger harschen Klimaband – seine zukünftige Bedeutung ergäbe sich dann aus dem Klima, nicht aus Politik.

Auch Grossbritannien, Portugal und Teile Nordafrikas blieben näher am kühleren Rand, selbst wenn ihre Küstenlinien kaum noch denen von heute ähneln.

Jenseits dieser Randzonen würden Wüsten und Hitzegürtel den Superkontinent prägen; grosse Landtiere wären im Inneren vielerorts selten.

Modelle haben Grenzen

Selbst sehr gute Vorhersagen beruhen auf Annahmen, denn niemand kann Plattenbewegungen über solche Zeiträume direkt beobachten.

Andere Kollisionspfade könnten einen deutlich anders geformten Superkontinent ergeben, und eine kleine Abweichung am Anfang kann sich zu einer völlig neuen Karte aufschaukeln.

Auch fehlende Details spielen eine Rolle – darunter Seen, schmale Meeresstrassen und Eisschilde, die Regionen abkühlen und Trockenphasen abschwächen können.

Trotz dieser Grenzen unterstreichen die Projektionen eine einfache Regel: Land, das weit von Ozeanen entfernt liegt, erwärmt sich zuerst und bleibt am längsten heiss.

Lehren für heute

Solche Langfrist-Experimente helfen Forschenden, Klimawerkzeuge unter ungewohnten Bedingungen zu prüfen und danach zu verbessern, wie Modelle mit Hitze und Wasser umgehen.

Auch die Suche nach bewohnbaren Planeten greift diese Ideen auf, denn ein Himmelskörper kann in der passenden Umlaufbahn liegen und dennoch im Landesinneren zu heiss werden.

Die Geologie legt fest, wo Land und Ozeane liegen; Gase und Sonnenlicht bestimmen, wie heiss und wie trocken diese Orte ausfallen.

Dass Frankreich in dieser Prognose auffällt, hängt mit Breitenlage und Küstennähe zusammen – nicht mit irgendeiner dauerhaft bestehenden nationalen Grenze.

Was die Karten nahelegen

Ein Planet, der seine Kontinente wieder vereint, verschiebt zugleich, wohin Abkühlung und Wasser überhaupt gelangen können; die Geografie entscheidet damit, welche Regionen bewohnbar bleiben.

Künftige Arbeiten können diese Vorhersagen präzisieren, indem sie mehr Details der Erde einbeziehen – bei gleichzeitiger Klarheit darüber, dass die ferne Zukunft unsicher bleibt.

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