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Kanada tritt dem GCAP als Beobachter bei
Rund anderthalb Monate nach dem Ende des von Deutschland und Frankreich geführten FCAS-Programms hat Kanada beschlossen, sich dem Entwicklungsprogramm für den künftigen Jagdflugzeugtyp der sechsten Generation von Großbritannien, Italien und Japan als Beobachter anzuschliessen. Gemeint ist das Vorhaben, das als GCAP bekannt ist.
Bestätigt wurde dies von der kanadischen Regierung über offizielle Kanäle: In einer Mitteilung wurde ein Treffen in London bekannt gemacht, an dem die Verteidigungsminister Wes Streeting, Guido Crosetto und Koizumi Shinjiro sowie ihr Amtskollege aus Ottawa, David J. McGuinty, teilnahmen.
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Zum Schritt Kanadas hält der veröffentlichte Text der Regierung fest: „Die Minister aus Italien, Japan und dem Vereinigten Königreich begrüssten Kanadas Teilnahme als Beobachter, und alle vier Minister würdigten die Chancen, die sich aus diesem wichtigen Fortschritt ergeben. Diese Ankündigung ist ein bedeutender Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten und vertrauenswürdigen Partnern im Rahmen des Programms zu stärken.“
Was die Beobachterrolle für Kanada und das GCAP bedeutet
Mit der in der britischen Hauptstadt erzielten Vereinbarung soll Kanada seine bisherigen Kenntnisse über das GCAP und die angestrebte Ausrichtung des Programms vertiefen können. Dazu zählen ebenso die staatlichen Steuerungs- und Entscheidungsmechanismen, die dem Vorhaben seinen Rahmen geben, wie auch die industriellen Fähigkeiten, die für eine Umsetzung erforderlich sind.
Zugleich wird erwartet, dass der Beobachterstatus perspektivisch den Weg für eine weitergehende Zusammenarbeit ebnet – bei der das nordamerikanische Land später eigene Finanzmittel und Technologien in das Programm einbringen könnte.
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Weitere Partner im Gespräch: Italys Vorstoss und Crosettos Argument
Dass zusätzliche Partner für die Entwicklung des künftigen Jagdflugzeugs der sechsten Generation gewonnen werden könnten, wird seit Monaten diskutiert. Besonders Italien drängt darauf, dem GCAP durch eine Anbindung weiterer Staaten mehr Gewicht zu verleihen – genannt wurden dabei unter anderem Australien, Deutschland und Saudi-Arabien sowie ebenfalls Kanada.
Wie der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto dazu erklärte: „Je mehr Länder beitreten, desto grösser ist die kritische Masse, in die investiert werden kann, desto mehr intellektuelle Kapazität lässt sich bündeln, desto höher fällt der wirtschaftliche Rückfluss aus und desto geringer sind unsere Kosten.“
Stand des GCAP: Edgewing-Vertrag, Auslegung und Triebwerke
Noch bevor Kanada als Beobachter hinzukam, hatten die drei ursprünglichen Partner bereits Fortschritte erzielt, indem sie den ersten Entwicklungsauftrag an das Joint Venture Edgewing vergaben. Dieses wurde eigens für diesen Zweck gegründet und vereint BAE Systems, Leonardo und Mitsubishi Heavy Industries.
In diesem Zuge erwarten Grossbritannien, Italien und Japan, dass das Unternehmen Schritte hin zur Festlegung eines strukturellen Grundentwurfs des künftigen Jagdflugzeugs unternimmt. Parallel dazu soll die Auswahl der Sensoren, mit denen die Maschine ausgerüstet wird, konkretisiert werden – ebenso wie die Merkmale der digitalen Architektur.
Zuletzt sorgte das GCAP zudem für Aufmerksamkeit, nachdem eine weitere Phase von Design-Überprüfungen abgeschlossen wurde. Damit rücken die Partner näher an den Bau und die anschliessenden Bodenerprobungen eines Technologiedemonstrators heran. Dieser Meilenstein ist insbesondere für die Auslegung der Triebwerksstruktur zentral, die von Rolls-Royce, Avio Aero und der IHI Corporation entwickelt wird.
Bilder dienen ausschließlich der Illustration
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