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900 Jahre alte Silbermünze von Magnus Barefoot in Norwegen entdeckt

Mann untersucht Münze aus ausgegrabener Erde an Holztisch mit Lupe und Pinsel im Freien.

Ein von Schmutz überzogenes Objekt, zwischen Metallschrott abgelegt, wäre in Norwegen beinahe unbeachtet geblieben. Erst Monate später zeigte sich bei Untersuchungen: Der vermeintliche Knopf war in Wirklichkeit eine rund 900 Jahre alte Silbermünze, die mit Magnus Barefoot in Verbindung steht – einem kriegerischen Herrscher, der oft als letzter norwegischer Wikingerkönig beschrieben wird.

Wie konnte die Münze mit einem Knopf verwechselt werden?

Der Sondengänger Morten Eek fand das Stück im April 2025 auf einem Feld nahe dem Kloster Utstein im Südwesten Norwegens. Es lag in der Ackerkrume, etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Oberfläche. Eine Seite wirkte silbern, die andere zeigte Kupfer sowie einen dunklen Fleck in der Mitte.

Wegen dieses uneindeutigen Eindrucks nahm Eek den Fund mit nach Hause und legte ihn zu Knöpfen, stark abgenutzten modernen Münzen und Metallfragmenten. Erst Monate später, als er seine Funde anderen Sondengängern zeigte, fiel ihm auf, dass das erkennbare Motiv an mittelalterliche Münzen erinnerte, die in einem norwegischen numismatischen Werk von 1865 dokumentiert sind.

Was ergaben die Untersuchungen der Münze?

Fachleute des Archäologischen Museums der Universität Stavanger stellten fest, dass die Münze nach ihrer Prägung verändert worden war. Eine Kupferplatte bedeckte eine Seite; der Silberrand war darüber umgebogen und hielt diese Abdeckung fest. Zwei Kerben deuteten darauf hin, dass das Stück möglicherweise an einer Kette oder einem Ring befestigt gewesen ist.

Da das Entfernen des Kupfers das Objekt beschädigen könnte, setzte das Team auf bildgebende Verfahren. Eine Röntgenanalyse machte unter der Platte die Darstellung eines Greifs sichtbar – einer Kreatur mit Löwenkörper und vogelartigen Merkmalen. In der mittelalterlichen christlichen Kunst konnte dieses Symbol für die menschliche und die göttliche Natur Christi stehen.

Warum gilt diese Münze als so selten?

Auf der freiliegenden Seite ist ein Motiv zu sehen, das als „Kreuz über Kreuz“ bekannt ist: Arme aus doppelten Linien, an deren Enden kleine rundliche Formen sitzen. In Kombination mit dem Greif macht genau dieses Zusammenspiel das Exemplar außergewöhnlich. Nach Angaben des norwegischen Museums waren zuvor nur vier vergleichbare Münzen bekannt:

  • Eine Münze aus dem Schatzfund von Sandur auf den Färöer-Inseln;
  • Drei Exemplare aus dem Schatzfund von Mørstad in Dänemark;
  • In Norwegen war bis dahin kein Stück dieses Typs entdeckt worden;
  • Rund 100 Münzen werden der Regierungszeit von Magnus Barefoot zugeschrieben.

Der Fund kann Fachleuten helfen, die Größenordnung der Münzproduktion jener Zeit besser einzuordnen. Die geringe Zahl bekannter Exemplare spricht für eine begrenzte Prägung oder für eine sehr eingeschränkte Zirkulation. Jede neu auftauchende Münze ermöglicht zusätzliche Vergleiche – etwa bei Herstellungsweisen, Symbolik, Metallzusammensetzung und den Wegen, auf denen sich mittelalterliches Geld verbreitete.

Wer war König Magnus Barefoot?

Magnus Barefoot bestieg 1093 nach dem Tod seines Vaters Olav Kyrre den norwegischen Thron. Während die Herrschaft seines Vorgängers als vergleichsweise ruhig gilt, baute Magnus seinen Ruf vor allem durch Militärkampagnen aus. Sein Beiname – auch als Barfuß bzw. „Bare Legs“ übersetzt – soll mit kiltähnlicher Kleidung zusammenhängen, die er getragen habe.

Der König versuchte, Norwegens Einfluss auf westliche Seerouten auszudehnen, darunter die Isle of Man und Gebiete an der Irischen See. Im Jahr 1103 starb er im Alter von etwa 30 Jahren bei einem Hinterhalt in Irland. Seine Regierungszeit wird häufig mit dem symbolischen Ende der norwegischen Wikingerzeit verbunden.

Kann der Fund das Wissen über die Wikingerzeit verändern?

Die Münze verweist zudem auf eine wichtige wirtschaftliche Entscheidung von Magnus. Frühere Herrscher hatten den Silbergehalt ihrer Prägungen verringert; numismatische Studien deuten jedoch darauf hin, dass er einen hohen Standard wiederherstellte – nahe 90%. Dass das Stück später als Schmuck weiterverwendet wurde, zeigt außerdem, dass es auch nach dem Verlust seiner Funktion als Zahlungsmittel wertvoll blieb.

Der Fund unterstreicht nun, wie wichtig es ist, selbst scheinbar alltägliche Objekte aus historischen Gebieten konsequent zu erfassen und auszuwerten. Ein Stück, das zwischen Knöpfen vergessen wird, kann das Verständnis von Handel, Religion und mittelalterlicher Macht neu justieren. Solche Spuren zu bewahren bedeutet, zu verhindern, dass ganze Kapitel der Vergangenheit erneut im Boden verschwinden.


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