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Erste Korvette-Katamaran Tuo Chiang Batch II: ROCS Tan Chiang (PGG-627) tritt in Dienst der Marine Taiwans

Marinecrew salutiert vor modernem Kriegsschiff mit taiwanesischer Flagge am Hafen bei klarem Himmel.

Die erste Korvette im Katamaran-Design der Tuo Chiang Batch II ist nun Teil der Marine Taiwans. Mit der Indienststellung soll die Strategie einer asymmetrischen Kriegführung gegenüber China gestärkt werden. Der Schritt fällt in eine Phase zunehmender chinesischer Militär- und Seeaktivitäten rund um die Taiwanstrasse, während Taipeh seine Verteidigungsfähigkeiten weiter ausbaut – insbesondere über Plattformen, die von der eigenen Schiffbauindustrie entwickelt und gebaut werden.

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Die Marine Taiwans nahm die erste Einheit der Batch II in Dienst

In Kaohsiung leitete Taiwans Präsident Lai Ching-te die Indienststellungszeremonie der Korvette ROCS Tan Chiang (PGG-627), der ersten Einheit des zweiten Loses (Batch II) der Tuo-Chiang-Klasse. In seiner Ansprache hob er hervor, dass diese Aufnahme in den aktiven Dienst einen weiteren Meilenstein im nationalen Schiffbauprogramm darstelle und den Einsatz der Marine bekräftige, die Territorialgewässer zu schützen und die nationale Sicherheit zu sichern.

Lai betonte, das neue Schiff sei ein sichtbarer Beleg für den Fortschritt des Programms „im Land gebaute nationale Schiffe“. Dieses ermögliche es Taiwan, eigene Marineplattformen zu entwickeln, zu entwerfen, zu fertigen und die jeweiligen Systeme selbst zu integrieren. Zugleich, so Lai, schaffe diese Fähigkeit die Grundlage dafür, Schiffe eigenständig zu warten und an operative Erfordernisse anzupassen – auch unter Konfliktbedingungen.

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Der Präsident erläuterte ausserdem, dass die ROCS Tan Chiang die erste ausgelieferte Einheit des zweiten Produktionsloses der Tuo-Chiang-Klasse sei. Gleichzeitig kündigte er an, dass die insgesamt zwölf geplanten Korvetten noch vor Jahresende übergeben werden sollen, um die maritime Verteidigung der Insel weiter zu stärken.

Ein Programm mit Fokus auf asymmetrische Kriegführung

Die Batch II umfasst den Bau von fünf zusätzlichen Korvetten. Mit ihnen soll die Flotte wachsen, die für Küstenverteidigung, Anti-Oberflächen-Kriegführung und schnelle Reaktionsoperationen in der Taiwanstrasse vorgesehen ist. Grundlage bleibt das ursprüngliche Design der Tuo-Chiang-Klasse, das die taiwanische Marine im vergangenen Jahrzehnt im Rahmen ihrer Doktrin zur asymmetrischen Verteidigung eingeführt hatte.

Gegenüber der ersten Version bringen die neuen Einheiten mehrere Anpassungen mit. Dazu zählen Änderungen am Rumpf, modernisierte Kampfsysteme sowie eine höhere Bewaffnungskapazität durch die Integration des Feuerleitradars Leonardo NA-30S Mk2. Unverändert bleibt das Katamaran-Rumpfkonzept; zudem verfügen die Korvetten über eine Länge von knapp 60 Metern sowie Eigenschaften, die hohe Geschwindigkeiten und Stabilität bei Einsätzen in küstennahen Gewässern begünstigen.

Lai sagte in seiner Rede, die Indienststellung der Tan Chiang habe drei zentrale Bedeutungen. Erstens festige sie das nationale Schiffbauprogramm. Zweitens stehe sie für die Entschlossenheit der Marine, das Seegebiet angesichts wachsender chinesischer Druckausübung zu schützen. Drittens ziele Taiwans Sicherheitspolitik darauf ab, Frieden durch Abschreckung zu sichern – basierend auf der Stärkung der eigenen Streitkräfte.

Der Hintergrund: steigender Druck durch China

Die Aufnahme der Korvette in den Dienst erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Taiwan eine Zunahme chinesischer Militär- und Seeaktivitäten rund um die Insel meldet. Nach Angaben des taiwanischen Ministeriums für Nationale Verteidigung wurden zuletzt 21 Luftfahrzeuge, sechs Kriegsschiffe und zwei offizielle chinesische Schiffe in der Nähe des Territoriums festgestellt; zudem überquerten zwanzig Luftfahrzeuge die Mittellinie der Taiwanstrasse.

Taiwanische Stellen berichteten zudem, dass die Präsenz offizieller chinesischer Schiffe im Juni im Vergleich zum Mai um 83% gestiegen sei. Parallel dazu überquerte in dieser Woche erstmals ein Hubschrauber der chinesischen Volksbefreiungsarmee (EPL) die Mittellinie der Meerenge – begleitet von einem unbemannten Luftfahrzeug sowie weiteren Fluggeräten, die in unterschiedlichen Abschnitten in die Nähe der Insel eindrangen. Taiwan reagierte darauf mit dem Einsatz eigener Luftfahrzeuge, Marineeinheiten und küstengestützter Raketensysteme, um die festgestellten Aktivitäten zu überwachen.

Während der Zeremonie sprach sich Lai dafür aus, die verteidigungspolitische Eigenständigkeit weiter voranzutreiben – durch den Bau nationaler Schiffe und Luftfahrzeuge sowie durch die Entwicklung unbemannter Luftfahrzeuge. „Der Frieden ist unbezahlbar und Kriege haben keine Gewinner. Frieden entsteht nicht durch ein Abkommen auf dem Papier oder dadurch, dass man die Forderungen eines Aggressors akzeptiert“, erklärte der Präsident. Ergänzend sagte er: „Taiwan ist überzeugt, dass Frieden durch Stärke erreicht wird“, und bat um politische Unterstützung, um Investitionen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten der Insel abzusichern.

Titelbild nur illustrativ.

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