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António Guterres bei der WAIC in Shanghai: KI darf nicht von wenigen Staaten oder Unternehmen kontrolliert werden

Älterer Mann hält Vortrag vor Publikum, im Hintergrund leuchtende digitale Weltkugel mit Netzverbindungen.

WAIC in Shanghai: Guterres’ Appell zur KI-Gestaltung

UN-Generalsekretär António Guterres hat am Freitag dazu aufgerufen, nicht zuzulassen, dass „eine Handvoll Länder oder Unternehmen“ die Zukunft der künstlichen Intelligenz (KI) bestimmt. Nach seinen Worten müsse vielmehr die Menschheit diese Technologie „gestalten“.

Den Appell richtete der portugiesische Spitzenvertreter der Vereinten Nationen in einer Rede zur Eröffnung der World Artificial Intelligence Conference (WAIC, englische Abkürzung) aus - der wichtigsten Veranstaltung dieses aufstrebenden Sektors in China, die bis Montag in Shanghai läuft.

Dabei warnte Guterres: „KI kann eine der größten Chancen für die Menschheit im 21. Jahrhundert sein, aber sie könnte auch eines ihrer größten Risiken werden. (...) Die Technologie muss im Dienst der Menschen stehen und nicht umgekehrt“.

Ungleichheit, Zugang und UN-Pläne für KI-Kompetenzen

Aus seiner Sicht liegen die zentralen Gefahren vor allem in der Aussicht auf „noch größere Ungleichheiten“ - bei Einkommen, Chancen oder Sicherheit. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das geschieht. Die Herausforderung, vor der wir stehen, besteht darin, sicherzustellen, dass KI zu einer Kraft für mehr Inklusion und für gemeinsamen Fortschritt wird“, betonte er.

Zur Begründung verwies Guterres darauf, dass weiterhin ein Drittel der Menschheit ohne Verbindung bleibt. Viele Staaten hätten nach wie vor Lücken bei Konnektivität, Infrastruktur und dem Zugang zu Energie. Zudem seien Rechenkapazitäten, Datenressourcen und technisches Know-how weiterhin stark konzentriert, führte der UN-Vertreter aus.

Vor diesem Hintergrund bat er die anwesenden Führungskräfte um „volle Unterstützung“ für UN-Vorhaben - darunter ein globales Netzwerk für Austausch und Zusammenarbeit beim Aufbau von KI-Fähigkeiten sowie ein weltweiter Fonds für diese Technologie.

Guterres erklärte, sein Ziel sei eine KI, die „mit Entwicklungsländern für Entwicklungsländer“ aufgebaut wird. Das bedeute offene Modelle, die Länder übernehmen können, Rechenkapazitäten, die sie sich leisten können, sowie Schulungen für die Menschen, die damit arbeiten werden.

Er zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass KI ein entscheidendes Instrument für die Ziele für nachhaltige Entwicklung sein kann - indem sie „medizinische Fortschritte beschleunigt, Bildung transformiert, Ernährungssysteme und die landwirtschaftliche Produktivität stärkt oder neue Industrien anschiebt und würdige Arbeitsplätze schafft“.

Globale Regeln, Menschenrechte und Energie-Fußabdruck bis 2030

Gleichzeitig plädierte der UN-Generalsekretär für eine Regulierung der Sicherheit dieser Technologie. „Systeme, die Grenzen überschreiten, brauchen Normen, die Grenzen überschreiten“, sagte er.

„Wir brauchen eine inklusive, vernetzte Governance, die im Völkerrecht verankert ist. Die Menschenrechte müssen geschützt werden. Menschen müssen die Kontrolle über jede Entscheidung über Leben und Tod behalten. Und kein KI-System darf einem Kind in die Hand gegeben werden, bevor nachgewiesen ist, dass es sicher ist“, zählte Guterres auf.

Zum Schluss sprach er die wachsende Energienachfrage an, die mit dem Fortschritt der KI einhergeht. Er verlangte, dass „alle großen KI-Unternehmen den vollständigen ökologischen Fußabdruck ihrer Systeme offenlegen und diese vor 2030 mit erneuerbaren Energien betreiben“.

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