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Besuch bei Avibras Aeroco: Fragen von Zona Militar
Nach dem Besuch von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in den Anlagen von Avibras Aeroco gab Vizepräsident Geraldo Alckmin eine kurze Pressekonferenz. Dabei fragte der Brasilien-Korrespondent von Zona Militar, Angelo Nicolaci, zu zwei besonders sensiblen Themen der brasilianischen Verteidigungsindustriebasis (BID): der Planbarkeit der Mittel für strategische Programme sowie der jüngsten vollständigen Übernahme von Akaer durch die emiratische EDGE Group.
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Verteidigungshaushalt und Planbarkeit: Alckmins Aussagen
Auf die Frage nach der Vorhersehbarkeit der Verteidigungsinvestitionen räumte Alckmin ein, dass die Fortführung der Programme von stabilen Haushaltsmitteln abhängt. Er betonte, dass der Aufbau militärischer Fähigkeiten Vorhaben mit hoher technologischer Komplexität umfasst und langfristige Investitionen erfordert.
Nach Angaben des Vizepräsidenten stellte die Bundesregierung rund R$ 30.000 millones für die Modernisierung der Streitkräfte bereit. Darin enthalten seien Programme der brasilianischen Marine, der brasilianischen Luftwaffe und des brasilianischen Heeres. Zusätzlich gebe es die Zusage, jährlich ungefähr R$ 5.000 millones freizugeben – eine Maßnahme, die nach seinen Worten die Kontinuität strategischer Projekte absichern soll.
„Sie haben recht. Verteidigung bedeutet heute Hochtechnologie. Das sind erhebliche Summen. Präsident Lula hat rund R$ 30.000 millones freigegeben, um die drei Teilstreitkräfte auszurüsten“.
Bei der Aufschlüsselung dieser Investitionen verwies Alckmin auf das Programm zur Entwicklung von U-Booten (PROSUB), das FX-2-Programm mit dem F-39 Gripen sowie auf Vorhaben, die vom brasilianischen Heer umgesetzt werden. Er unterstrich, dass Haushaltsplanbarkeit unverzichtbar sei, damit diese Initiativen tatsächlich durchgeführt werden können.
„Diese Haushaltsplanung ist bereits zugesagt. Es wird eine jährliche Freigabe von R$ 5.000 millones geben. Das ist wichtig, um die Kontinuität zu gewährleisten“.
Exportfinanzierung: BNDES und PROEX
Alckmin hob zudem hervor, dass die Tragfähigkeit der Verteidigungsindustriebasis vom internationalen Markt abhänge. Ein großer Teil der Produktion des Sektors sei für den Export bestimmt. In diesem Zusammenhang nannte er die Wiederaktivierung von Finanzierungslinien der BNDES sowie des Programms zur Exportfinanzierung (PROEX) als Instrumente, um die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Rüstungsindustrie zu erhöhen.
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Haushaltsvollzug unter Druck: erneute Kontingentierungen 2026
Die Aussagen fallen jedoch in ein Umfeld wiederkehrender Sorgen der Industrie hinsichtlich des Haushaltsvollzugs im Verteidigungsministerium. Trotz der für strategische Programme vorgesehenen Mittel kam es 2026 erneut zu Kontingentierungen, was die finanzielle Verfügbarkeit für verschiedene Projekte beeinträchtigte. Dadurch wird eine Debatte, die Unternehmen der Branche regelmäßig führen, weiter befeuert: Es brauche Mechanismen, die die Budgetplanbarkeit unabhängig von fiskalischen Sperren im Verlauf des Haushaltsjahres gewährleisten.
Akaer und EDGE Group: offene Fragen zur Souveränität
Anschließend fragte Nicolaci den Vizepräsidenten nach der vollständigen Übernahme des Strategischen Verteidigungsunternehmens (EED) Akaer durch die EDGE Group. Er wollte wissen, wie die Regierung die Übertragung der Kontrolle über ein Strategisches Verteidigungsunternehmen an einen ausländischen Konzern bewerte – insbesondere vor dem Hintergrund der Rhetorik zur Stärkung der nationalen technologischen Souveränität.
Alckmin ging auf die Frage nicht direkt ein. Er beschränkte sich darauf, zu sagen, das Thema falle in die Zuständigkeit des Verteidigungsministeriums; er werde zusätzliche Informationen zu dem Vorgang einholen.
„Diese Frage gehört in den Zuständigkeitsbereich des Verteidigungsministeriums, aber ich werde das prüfen“.
Avibras Aeroco: Erholung mit nationalem Kapital
Im weiteren Verlauf betonte der Vizepräsident die Erholung von Avibras Aeroco. Er erklärte, das Unternehmen habe seine Aktivitäten wieder aufgenommen, wobei nationales Kapital erhalten geblieben sei. Zugleich argumentierte er, die Rolle des Staates solle darin bestehen, die Privatwirtschaft durch Planbarkeit und Partnerschaften zu unterstützen – nicht darin, die Kontrolle über Unternehmen zu übernehmen.
„Avibras wurde nicht verstaatlicht. Es ist wichtig, die Beteiligung der Privatinitiative zu haben und nationales Kapital zu erhalten. Die Regierung muss nicht Eigentümer eines Unternehmens sein; sie muss ein Partner sein, sie muss Planbarkeit bieten und den privaten Sektor unterstützen, besonders in den schwierigsten Momenten“.
Unmittelbar nach dieser Antwort beendete Alckmin die Pressekonferenz und verließ den Ort, ohne weitere Fragen der Medien zu beantworten. Während er die Position der Regierung zur Haushaltsplanbarkeit und zur Finanzierung von Exporten darlegte, blieb damit eines der zentralen Themen, das derzeit innerhalb der Verteidigungsindustriebasis diskutiert wird, offen: nach welchen Kriterien die Bundesregierung die Übertragung der Kontrolle über Strategische Verteidigungsunternehmen an ausländische Gruppen bewerten will und welche Mechanismen vorgesehen sind, um Fähigkeiten zu schützen, die als sensibel für die brasilianische technologische Souveränität gelten.
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