Eine Wanderung durch die Serra de Tramuntana auf der spanischen Insel Mallorca endete mit einem unerwarteten Fund: einem kleinen Stierkopf aus Bronze. Das Stück wurde zufällig in der Nähe der Gemeinde Valldemossa entdeckt, misst nur rund drei Zentimeter und wird vorläufig der post-talayotischen Zeit zugeordnet.
Wie wurde die kleine Skulptur gefunden?
Der Wanderer Josep M. Buils bemerkte auf einem Pfad im Gebirge einen ungewöhnlichen Gegenstand. Statt das Objekt einzustecken, suchte er den Kontakt zu archäologisch kundigen Personen und wandte sich an den Forscher Jaume Deyà. Dieser half dabei, den Fund an die zuständigen Denkmal- und Kulturgutbehörden Mallorcas weiterzuleiten.
- Der Fund erfolgte in der Serra de Tramuntana;
- der Gegenstand lag auf einem Weg nahe Valldemossa;
- das Stück wurde außerhalb einer archäologischen Grabung entdeckt;
- der Wanderer meldete den Fund bei Fachleuten;
- das Artefakt wurde zur Konservierung und Analyse übergeben.
Ist die Skulptur wirklich 3.000 Jahre alt?
Die Entdeckung des kleinen Stierkopfs in Spanien wurde als etwa 3.000 Jahre alter Fund bekannt gemacht. Erste lokale Einschätzungen bringen das Objekt jedoch eher mit der post-talayotischen Periode in Verbindung, die üblicherweise auf ungefähr 600 bis 200 v. Chr. datiert wird.
Damit läge das Alter voraussichtlich bei etwa 2.200 bis 2.600 Jahren. Eine genaue Datierung ist bislang nicht möglich, weil das Stück isoliert auf einem Weg auftauchte – ohne Erdschichten, Keramikfunde oder andere archäologische Hinweise, die eine präzisere zeitliche Einordnung erlauben würden.
Was ist an dem Stierkopf besonders?
Trotz der geringen Größe sind typische Merkmale des Tieres klar erkennbar. Schnauze, Augen und die Grundform des Kopfes wurden stilisiert wiedergegeben. Das deutet auf handwerkliches Können in der Bronzeverarbeitung hin und erklärt, warum sich das Motiv auch nach Jahrhunderten der Witterungseinwirkung noch identifizieren lässt.
- Etwa 3,2 Zentimeter lang;
- ungefähr 1,7 Zentimeter hoch;
- rund 2,9 Zentimeter breit;
- aus massivem Bronze gefertigt;
- mit deutlich ausgearbeiteten Augen und Schnauze;
- möglicherweise Teil eines größeren Objekts.
Welche Funktion könnte das Objekt gehabt haben?
Fachleute halten es für denkbar, dass der Kopf zu einer größeren Skulptur gehörte, als Zierelement diente oder an einem Gegenstand befestigt war, der in zeremoniellen Zusammenhängen genutzt wurde. Da keine weiteren Bestandteile gefunden wurden, lässt sich seine ursprüngliche Funktion allein anhand des Aussehens nicht sicher bestimmen.
Stierdarstellungen sind in verschiedenen antiken Kulturen des Mittelmeerraums verbreitet und werden häufig mit Stärke, Fruchtbarkeit und Schutz in Verbindung gebracht. Solche Deutungen stützen zwar mögliche Hypothesen, belegen aber noch nicht, dass diese Miniatur tatsächlich eine religiöse oder rituelle Aufgabe hatte.
Warum ist der Fund für die Archäologie Mallorcas wichtig?
Bronzeobjekte in Stierform sind auf den Balearen selten. Das neue Stück wird in denselben kulturellen Zusammenhang gestellt wie die bekannten Stiere von Costitx – drei große Bronzeköpfe, die Ende des 19. Jahrhunderts auf Mallorca entdeckt wurden –, auch wenn die Miniatur einer späteren Phase angehören könnte.
Das Artefakt soll im Museu de Mallorca konserviert und wissenschaftlich untersucht werden. Dort können Fachleute Zusammensetzung, Herstellungstechnik und eine mögliche Herkunft analysieren. Die freiwillige Abgabe bewahrte zudem den archäologischen Wert der Entdeckung, sodass ein Zufallsfund in das öffentliche Wissen über die alten Gesellschaften der Insel einfließen kann.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen