Japans Regierung hat bei China diplomatisch protestiert, nachdem ein Zerstörer der Marine der Volksbefreiungsarmee in der Nähe des Okinotori-Atolls mit scharfer Munition übte – in jenem Bereich, den Tokio als Teil seiner Ausschließlichen Wirtschaftszone (ZEE) um das Atoll beansprucht. Der am 20. Juli registrierte Vorfall unterstreicht erneut den Streit beider Staaten über den rechtlichen Status von Okinotori und fiel zeitlich mit dem aktuellen gemeinsamen Einsatz chinesischer und russischer Marineeinheiten im Westpazifik zusammen.
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Vorfall am Okinotori-Atoll in Japans ZEE: beteiligte Einheiten
Nach Angaben des japanischen Joint Staff feuerte der Lenkwaffenzerstörer der Klasse Typ 052D CNS Kaifeng (124) mit Munition kleineren Kalibers – rund 180 Kilometer südwestlich von Okinotori. Den Beginn der Aktivitäten kündigte das Schiff zuvor per Funk an.
Im selben Seegebiet operierten zudem der Kreuzer CNS Anshan (103), das Versorgungsschiff CNS Kekexilihu (903) sowie die russische Korvette RFS Rezkiy (343). Alle genannten Einheiten gehören zur chinesisch-russischen Verbandgruppe, die ihre jährliche Patrouille fortsetzt, nachdem die bilaterale Übung Joint Sea 2026 abgeschlossen worden war.
Japans Reaktion und Überwachung der chinesisch-russischen Patrouille
Die Aktivität wurde nach japanischen Angaben eng durch den japanischen Zerstörer JS Samidare (DD-106) verfolgt, der mit Überwachungs- und Aufklärungsaufgaben gegen den Verband eingesetzt war. Im Anschluss reichte Tokio eine formelle Protestnote ein: Schießvorhaben mit scharfer Munition innerhalb der von Japan beanspruchten ZEE stellten aus japanischer Sicht ein Risiko für die Schifffahrt dar und seien eine provokative Handlung.
Aus London, wo er an der Farnborough International Airshow 2026 teilnahm, ordnete Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi den Vorfall in den zunehmenden Grad der militärischen Zusammenarbeit zwischen China und Russland ein. Er verwies dabei auch auf jüngste kombinierte Luftpatrouillen beider Länder in der Nähe des japanischen Archipels.
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China weist die japanische Protestnote zurück
Das chinesische Außenministerium wies die japanischen Vorwürfe aus Beijing zurück. China erkenne nicht an, dass Okinotori eine Ausschließliche Wirtschaftszone begründe: Aus chinesischer Sicht handele es sich um einen unbewohnbaren Felsen und nicht um eine Insel – eine Auslegung, die laut China auch von Südkorea und Taiwan geteilt werde. Entsprechend habe sich die Übung in internationalen Gewässern abgespielt; Japan übertreibe den Vorgang, um den Ausbau eigener militärischer Fähigkeiten zu rechtfertigen.
Der gemeinsame Verband bewegt sich derweil weiterhin in der Nähe Japans. Parallel teilte Japans Verteidigungsministerium mit, dass auch das russische U-Boot Ufa – begleitet vom Rettungsschiff Igor Belousov – beim Transit zwischen den Inseln Iriomote und Yonaguni in Richtung Philippinensee überwacht wurde. Die Verfolgung erfolgte demnach durch den Zerstörer JS Akebono (DD-108) sowie durch ein Seeaufklärungsflugzeug P-3C Orion der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte. Diese Bewegungen reihen sich in die jüngste Präsenz russischer strategischer Bomber und begleitender Kampfflugzeuge nahe dem japanischen Luftraum ein und markieren in den vergangenen Wochen eine intensive militärische Aktivität im maritimen und luftgestützten Umfeld des Archipels.
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