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Neue Studie der Duke University: Schwarze Kunststoff-Küchenutensilien und Flammschutzmittel (Chemosphere)

Person bereitet in moderner Küche mit Pfanne und Spatel Sushi auf Arbeitsplatte vor.

Wenn man eine Küche betritt – ob Profi- oder Alltagsküche –, fallen sofort die vielen Helfer auf, die Kochen überhaupt erst so bequem machen. Doch zwischen all den Kunststoffteilen könnte sich etwas verbergen, das weniger harmlos ist, als es aussieht.

Eine neue Untersuchung nahm dabei ausgerechnet schwarze Kunststoff-Küchenutensilien und -Behälter genauer unter die Lupe. Im Mittelpunkt standen nicht Handhabung oder Qualität, sondern mögliche Inhaltsstoffe, die man von aussen nicht erkennt.

Kunststoffrisiken in ganz normalen Küchen

Gerade dieses unauffällige, aber unverzichtbare Küchenzubehör weckte das Interesse eines Forschungsteams der Duke University. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob diese Produkte mehr enthalten als nur Kunststoff.

Konkret ging es um toxische Flammschutzmittel. Weil viele dieser Stoffe mit einem erhöhten Krebsrisiko, hormonellen Störungen und Auswirkungen auf die neurologische Entwicklung in Verbindung gebracht werden, wurden zahlreiche Flammschutzmittel in den vergangenen Jahren eingeschränkt, ersetzt oder verboten.

Trotzdem könnten Rückstände weiterhin in den Kunststoffteilen stecken, mit denen wir täglich Speisen umrühren, servieren oder aufbewahren.

Chemikalien aus Kunststoffutensilien

Während weltweit mit guten Absichten immer stärker auf Recycling gesetzt wird, könnte dadurch unbeabsichtigt ein Kreislauf entstehen, in dem Chemikalien in neuen Produkten „wiedergeboren“ werden.

Flammschutzmittel kommen beispielsweise in Geräten wie Fernsehern zum Einsatz, bei denen ein Brandrisiko besteht. Beim Recycling können diese Stoffe jedoch in andere Kunststoffströme geraten – und am Ende in Küchenartikeln wie Pfannenwendern oder Schöpfkellen landen, die einen solchen Schutz gar nicht benötigen.

Dr. Heather Stapleton ist Professorin für Umweltwissenschaften und -politik an der Nicholas School of the Environment der Duke University.

„Wenn Sie diese Chemikalien in einem Kunststoff-Pfannenwender finden: Bedeutet das, dass sie aus dem Pfannenwender heraus und in Ihr Essen gelangen? Darauf haben wir noch keine Antwort“, sagte Dr. Stapleton. „Ist es möglich? Auf jeden Fall.“

Dr. Stapleton erläuterte, dass Kunststoff beim Erhitzen Chemikalien an seine Umgebung abgeben kann – also etwa an Ihr Lieblings-Chili oder ein Wokgericht.

Bestimmte Lebensmittel, vor allem fettreiche Speisen, können dabei mehr dieser Stoffe „herausziehen“. Genau das schürt die Sorge, dass es bei regelmässiger Nutzung zu einer täglichen Belastung kommen könnte.

Sushi-Schalen: Praktisch, aber nicht unbedenklich

Als besonders auffällige Quelle potenziell schädlicher Chemikalien wurden Sushi-Schalen aus dem Supermarkt hervorgehoben.

Diese praktischen Verpackungen zeigten erhöhte Werte toxischer Substanzen. In Kombination mit längerem Lebensmittelkontakt könnte das theoretisch zu einer Aufnahme führen.

„Als Expositionswissenschaftlerin, die an Lebensmittelkontakt und daran denkt, wie wahrscheinlich es ist, dass diese Chemikalien in relevanten Mengen herausgelöst werden, denke ich, dass es dort eine gewisse Exposition geben könnte“, sagte Dr. Stapleton. „Aber ich weiss nicht, ob sie gross genug ist, um Anlass zur Sorge zu geben.“

Um das besser einordnen zu können, ist weitere Forschung nötig – und Dr. Stapleton hat bereits damit begonnen, genau diese Sushi-Schalen zu analysieren.

Schwarze Kunststoff-Pfannenwender und Schalen für Lebensmittel

Die Ergebnisse führten bei den Forschenden nicht zu Alarmismus. Stattdessen zogen sie persönliche Konsequenzen und rückten zugleich das strukturelle Problem in den Fokus.

Die leitende Autorin der Studie, Megan Liu, betonte, wie wichtig politische Massnahmen sind: Recyclingprozesse müssten transparenter werden, und problematische Chemikalien sollten möglichst an der Quelle entfernt werden.

Beide Wissenschaftlerinnen machten deutlich, dass Unternehmen handeln müssen und dass Regierungen diese gefährlichen Stoffe verbieten sollten.

Als Reaktion auf die Untersuchung ersetzte Liu ihre schwarzen Kunststoff-Aufbewahrungsbehälter durch Glas.

Dr. Stapleton wiederum behält in ihrer Küche weiterhin einen einzigen schwarzen Pfannenwender – damit sie ihre beschichtete Pfanne nicht beschädigt. Gleichzeitig setzt sie auf einen pragmatischen Umgang mit Vorsicht und rät dazu, massvoll zu bleiben und sich nicht übermässig zu sorgen.

Schritte, um die Küche sicherer zu machen

Wer sich von den beschriebenen Erkenntnissen verunsichert fühlt, kann sofort einige naheliegende Änderungen umsetzen.

Empfohlen wird, schwarze Take-away-Behälter zu entsorgen, die mit „No. 6“ gekennzeichnet sind. Diese scheinen besonders hohe Mengen problematischer Chemikalien zu enthalten.

Ein weiterer Ansatz ist, gezielt Unternehmen zu unterstützen, die beim Umgang mit gefährlichen Stoffen bereits nachweislich Verbesserungen umsetzen.

Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse gelten Kochutensilien aus Holz oder Edelstahl als die sicherere Wahl.

Und wie steht es um Silikon?

Silikonutensilien, die häufig als unbedenkliche Alternative beworben werden, sollten ebenfalls kritisch betrachtet werden.

Silikon kann dazu neigen, Chemikalien aus der Umgebung anzuziehen, wodurch sie unbeabsichtigt in die Nähe von Lebensmitteln gelangen könnten. Abwaschen kann zwar helfen, entfernt aber möglicherweise nicht viele Stoffe, die über die Luft anhaften.

Alles zusammengenommen könnte es sinnvoll sein, die eigenen Kunststoff- und sonstigen Küchenutensilien nicht nur nach ihrer Funktion, sondern auch nach möglichen Auswirkungen auf Lebensmittel und Gesundheit zu überprüfen.

Wenn Sie umsteigen möchten, bieten sich Holz-, Edelstahl- und Bambusutensilien als ungiftige Alternativen an.

Die vollständige Studie wurde in der Fachzeitschrift Chemosphere veröffentlicht.

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